Toskana

Toskana

Neunhundertneunundneunzig Kurven Tour durch die Toskana.

Wir haben nun Anfang Februar 2005 und im Reisebericht Oberitalien lese ich, das es jetzt schon 3 Jahre her ist, als ich mit Tommy in der Toskana war. Der regnerische Urlaub Anfang Mai blieb in meiner Erinnerung als wäre es Gestern erst gewesen.

1999 streifte ich mit Heike quer durch die Toskana von Rimini nach Livorno um dort per Fähre nach Korsika zu kommen. Dies war Anfang September und wir hatten Sonnenschein pur. Wenn es nicht an Tommy liegt, das es in 2002 so verregnet war, sollte der Zeitraum Ende Juni gut gewählt sein und uns tolles Wetter und wenig Tourismus bescheren. Tommy findet die Vorzüge des DB Reiszugs nicht einleuchtend und mir fallen nur zwei Punkte ein welche dagegen sprechen. 1. hat Tommy einen Motorradhänger und 2. können wir alles mitnehmen was wir so früher eh nicht brauchten. Ich möchte diesmal auch nicht zu viel planen und vor allem nicht buchen, dies ging schon bei der Eifel schief. Also bin ich spontan und informiere mich über die Region. Zur Einstimmung habe ich mir “ Lust auf TOSKANA“ aus dem Highlightsverlag besorgt. Lust auf Toskana – Zypressen und Oliven Stellen dir vor: Ein grauer Wintertag. Du blickst zum Fenster hinaus und träumst. Träumen von Zypressen-Alleen, von Sträßchen, die sich durch sanfte Hügel winden, von schmalen Wegen, die zu prallen Weinbergen und Olivenhainen führen. Die Sonne verdrängt langsam den Morgendunst. Du setzt den Helm auf und startest die Maschine. Ein Motorradtag in der Toskana beginnt. Das Beste an diesem Traum: Es gibt ihn wirklich. Und zwar überall in diesem 25.000 qKm großen Land mit dem klangvollen Namen Toskana. Nicht nur in Siena, Florenz oder Pisa. Sondern vor allem in entlegenen Landstrichen, in die nur selten ein Urlauber den Fuß setzt. Dorthin führt der Band »Lust auf Toskana«. Natürlich lässt er die klassischen Ziele nicht aus und weist Ihnen zum Beispiel die attraktivsten Wege durch das Weingebiet des Chianti. Meist aber nimmt er Sie auf schmalen, kurvenreichen Sträßchen mit in die ursprüngliche Toskana. Auf den Monte Amiata, in die Crete, in die Maremma, nach Arezzo, in die Apuanischen Alpen oder zum Monte Albano. Insgesamt zehn Tagestouren, von denen jede einzelne auf einer original RV-Karte im Maßstab 1:300.000 eingezeichnet ist. Im Service-Teil warten einige reizende toskanische Bauernhäuser, in denen Motorradfahrer gern gesehen Gäste sind. Außerdem finden Sie dort mehrere idyllisch gelegene Campingplätze, auf denen man einen tollen Motorradurlaub verbringen kann. 12 Tage Toskana vom 13.6 bis 24.6.2005 Erst habe ich meine Frau Heike und Tochter Pia zum Bahnhof gebracht, welche nach Langeoog mit meiner Mutter gefahren sind. So konnte ich mit Tommy einen Motorrad-urlaub in der Toskana verbringen. Dickes Lob an meine Mädels. Der ICE ist pünktlich um 9:30 Uhr gefahren. Der Hänger und das Gepäck hatten wir am Sonntag schon verladen und Tommy holte mich am HBF-Stgt. ab. Wir sind die Singener- Autobahn über Schaffhausen gefahren und anschließend über Zürich und den Gotthard-Tunnel. Der Gotthard-Tunnel Ist nicht gerade mein Liebling. Eine Röhre von 16,918 Kilometer ohne Tageslicht. Ein Meisterwerk der Bautechnik, er wurde im Jahre 1980 eröffnet. Baudaten: Aufgewendete Arbeitsstunden: 9. 200 000 Std, Sprengstoffverbrauch: 2. 800 000 kg, Ausbruchkubatur: 1. 600 000 m3. 750 Kilometer – Anfahrt

1. Tag In den Alpen hingen die dunklen Wolken und es regnete auch. Jetzt kamen erste Erinnerungen auf, zu unserem Versuch die Toskana vor 3 Jahren abzufahren. Wir brachen den Urlaub wegen Dauerregen ab. Aber laut Wettervorhersage sollte es am heutigen Tag und am Dienstag noch unbeständig sein, ab Mittwoch war schönes Wetter mit bis 28 Grad angekündigt. Also ließen wir uns erst mal nicht beirren. An Mailand sind wir rechts vorbei Richtung Bologna und Florenz. 80 Kilometer vor Florenz haben wir um 19:30 Uhr nach rund 750 Kilometer das Hotel „La Meridian“ (hotel-meridiana.it) in Sasso Marconi angesteuert. Für Euro 70,– die Nacht nicht gerade der Preisknüller aber wenigstens mit Dusche. In dem Durchgangshotel hat Tommy noch gespeist und festgestellt, das in Italien tatsächlich in den Bars und Ristorantes nicht mehr geraucht werden darf. Tommy strahlt gute Laune aus und ich bemühe mich ihm zu folgen. Ab ca. 22.00 Uhr auf Höhe Rottweil habe ich das Steuer übernommen und bin deshalb jetzt auch gut Müde und ausgepowert. Tommy hat im Auto auch schon geschlafen ist aber während ich hier noch Tagebuch schreibe bereits eingenickt. Das Fenster ist offen und die Autobahn gut zu hören. Hunde bellen und ein frischer Wind bläst durchs Fenster. Wie es wohl meine 3 Mädels nach über 10 Stunden Zugfahrt geht?

2. Tag / Dienstag Anfahrt / 14.6.2005 Tommy raucht seine erste Rette um 3.00 Uhr in der Früh. Ich habe eine Schlaf wie eine Fieberkurve, ein auf und ab. 5.00 Uhr die zweite Zigarette und gegen 6:00 Uhr sind wir dann beide aufgestanden. Wir haben Wolken am Himmel aber frische kühle Luft. Das Frühstück war nicht der Rede wert, nicht mal der Kaffee schmeckte. Weiter über Florenz und Siena auf der Autostrada. Bei Bologna sind wir die Autobahn 1 Richtung Rom an Arezzo vorbei bis Sinalunga gefahren. Zwischendurch wegen Unfall über eine Stunde Stau. Gott sei Dank standen wir auf einer Brücke vor einer Tunneleinfahrt und eben nicht im Tunnel. Es regnete in strömen. Ab Sinalunga ging es quer durch die Toskana oberhalb von Montepuiciano bis Montaichio. Bei Sasso d`Òmbrone haben wir uns abgesprochen ans Meer bei Grosetto zu fahren und dort nach einem Bongalow zu sehen. Die Bilderbuchtoskana Zu einer Übernachtung, durch Empfehlung von Andi (www.biker.de) und Petra aus Isny in Parmaletteo bei „Azienda Agricola e Agrituristica“ vorbei zu sehen, konnte ich Tommy nicht bewegen. Das Wetter war im Randgebiet des Monte Amiata nicht besonders, die Landschaft dafür wie aus dem Bilderbuch oder auf den typischen Postkarten einfach phantastisch. Wir waren uns einig hier fahren wir auch mal mit dem Bike her. 14.6.05 Ankunft in Grosseto So gegen 18.00 Uhr waren wir in Marina di Grosseto welches auf der Höhe von der Insel Elba liegt, welche man zumindest als Verbannungsort des Napoleons her kennen könnte. Dort sind wir auf den Campingplatz il Sole und haben einen Bongalow genommen für den günstigen Preis von Euro 48,- pro Tag (Camping Village il Sole – Tel. 0564-34344 Fax 0564-330826). Ein späterer vergleich zu 2 weiteren Campingplätzen ergab, das ein Bongalow in der Regel wohl über Euro 100,- liegt. Dafür hatten wir am Abend keine Aussicht, höchstens auf den nächsten Bungalow oder den Zaun. Das Meer konnte man nicht mal hören. Am Abend haben wir noch eine Holzofenpizza in der Stadt verzehrt. Der Tag war gelaufen und ab dem morgigen Mittwoch können wir endlich Motorrad fahren. Am Nachmittag hätten wir beinahe meine Kuh verloren an der rechten Gabel hat sich der Spanngurt durchgewetzt und das Motorrad hatte ordentlich Schieflage, was wir allerdings schnell bemerkten. Jetzt ist es Mitternacht und ich mache das Licht aus. Draußen fast keine Geräusche, 2 Vögel welche eventuell auch vom Camingplatz beauftrag worden sind, für die Stimmung der Touris zu sorgen. Immerhin liegt der Campingplatz mitten in einem Naturpark – der Maremma. Monte Argentario (Festlandinsel

3. Tag Mittwoch – 1. Tour 170 KM / 15.06.2005. Um 7:00 Uhr werde ich wach. Tommy ist schon in der Küche und macht Kaffee. In der Nacht gab es schwere Gewitter und Regen. Am Vormittag sind wir mit dem Auto nach Grosseto um im Supermarkt ein zukaufen und abzuwarten ob das Wetter besser wir, was es dann auch wurde. Gegen 15.00 Uhr ging es los allerdings startete Tommys BMW nicht. Die Zeituhr stand auf 20.00 Uhr und somit war Tommy klar irgendwie ein Stromproblem, also Tank runter und Fehler suchen. Nach ca. 15 Minuten hatte er es im Griff ein Kabel hatte sich gelöst. Ich fuhr auf die SS1 Aurelia Richtung Rom. Bei Alninia sind wir die erste Landzunge (insgesamt 3) nach Porto S. Stefano gefahren. Kurze Pause für ein Foto und wir haben Sonnenschein pur und blauen Himmel. Wir sind die Küstenstraße komplett abgefahren bis nach Port Ercole. Martin Schempp beschreibt diese Fahrt auch in seinem Buch „Lust auf … TOSKANA“. Wir sind die letzte Zufahrt der „Tombolo di Peniglia“ bis auf das Festland gefahren, dort auf die SS1 und nach Grosseto zurück. Nach Rund 170 Kilometer haben wir gegen 18:30 uhr unsere erste Tour beendet. Tommy war heute der Chefkoch und zauberte uns „Magaroni alla Tomaschi“.

4.Tag Donnerstag – 2. Tour 300 Km / 16.6.2005 – Monte Amiata (1.738m) Nach dem ich bei der ersten Route der Roadkäpten war, ist heute Tommy das „Rotkäppchen“. Es geht auf den höchste Erhebung der Toskana den Monte Amiata. Tommy hat heute 300 Kilometer abgespult und dies von 10:00 bis 19:30 Uhr, nicht das wir langsam unterwegs waren oder zu viele Pausen gemacht hätten, aber hier windet sich eine Kurve nach der anderen und diese nehmen auch kein Ende. Der Monte Amiata ist kein Higlight, es gibt keinen Aussichtspunkt und die Straßen welche auf den Parkplatz führen sind schlecht, langweilig und bei Nässe auch noch mit Vorsicht zu genießen. Die umliegenden Hotels waren geschlossen und Tommy hatte einen Kaffee dabei, so konnten wir wenigstens eine richtige Pause machen. Bei meiner kleinen Begehung um eventuell einen Aussichtspunkt zu erhaschen erblickte ich den regionalen Skilift, welcher für jeden Öschi eine Lachplatte gewesen wäre. Also die Auffahrt zum Amiata lohnt nicht, das Land um ihn um so mehr. Bei der Auffahrt kamen wir in einer kleinen Ortschaft an einer Baustelle vorbei, welche nicht sofort klar erkannt wurde. Auf dem Mittelstreifen stand ein Warndreieck und rechts lag ein Holzbrett vom rechten Fahrbahnrand her zur Straße. Ich konnte es nicht eindeutig deuten, der Autofahrer hinter mir hatte sichtlich auch seine Probleme, da er plötzlich im Slalom fuhr. Tommy war da Entscheidungsfreudiger – er entschied sich für die rechte Seite welche zwischen Brett und Dreieck hindurchging und ich hinterher. Der Autofahrer nahm die linke Gegenspur, aber nur weil er sonst über das Brett hätte fahren müssen. Plötzlich wurde der Boden unter meinem Motorrad weich und die Lenkung schwammig, gut das wir nicht abgestiegen sind, wäre das Stück länger gewesen hätten wir uns sicher hingelegt. Als ich nach unten schaute war alles klar. Hier wurde der Straßenbelag ausgebessert und auf fast 1 Meter Länge neu betoniert. Auweia nur gut das gerade Siesta war und die Bauarbeiter zu Mittag. Ich grinste und lachte Laut in meinem Helm hinein. Gut nicht die feine Art, aber was hätten uns auch die Bauarbeiter erzählt welche hier bei sicher über 30 Grad noch mal rann müssen. Italienisches Drama wäre uns sicher gewesen. Lago di Bolsena Nach dem wir vom Monte Amiata kamen fuhren wir zu dem Lago di Bolsena welcher vulkanischem Ursprungs ist. Er liegt über Viterbo was schon nicht mehr zur Toskana gehört sondern zu Lazio. Wir lagen gut eine Stunde im Schatten an der Uferpromenade zwischen den Weiden und ich beobachtet die Wolken und einen Wasserflieger welcher gerade seine Ladung über dem See abwarf. Nach dem wir den See verlassen haben, sahen wir noch eine Gruppe Biker aus Ulm und ein Motorrad wurde gerade vom italienischen ADAC aufgeladen. Ich schätze mal das waren die selben welche uns am Amiate entgegenkamen als wir gerade auffuhren. Die Jungs fuhren die Kurven in einem solchen großen Bogen, das ihnen ihre Straßenseite nicht reichte. Sie kamen zur hälfte schon auf unserer Seite an. Pitigliano Auf der Rückfahrt fuhren wir über Pitigliano, der Ort wurde auf einem Tuffsteinfelsen errichtet und zu Füßen des Felsen liegt der Fluß Lente. Die Felswände sind so steil, das die Einwohner auf eine schützende Stadtmauer gut verzichten konnten und wir deshalb heute eine einzigartige Ansicht der Stadt bekommen. Das Foto wurde leider mit Gegenlicht gemacht, aber man kann sich die Zeit und den Ort nicht immer aussuchen, wir wollten ja auch noch Motorrad fahren. Bilderbuch Toskana alla Gladiator Heute war mein Tag und ich habe uns eine schöne Tour beschert. Von den Straßen her war alles dabei, enge und lange Kurven, Kehren und lange Geraden, welche langsam und schnell befahren werden konnten. Auf der 322 ging es von Grosseto nach Scansano bis nach Roccalbegna und Castel de Piano. Bei S. Qurico d`Orca haben wir auf die 146 gewechselt und sind nach Montepuliciano und dann über Torrita di Siena und Sinalunga nach S. Giovanni d´Asso und über Montalcino zurück nach Grosseto. Auf der Höhe von Arrezo bei Sinalunga und S. Giovanni d`Asso finden wir die Bilderbuchtoskana „ alla Gladiator“, allerdings hatten wir 15:00 Uhr auch eine Hitze von sicher über 35 Grad. Der Schatten in dieser Region ist schlichtweg privatisiert „Privato“ und so fanden wir lange Zeit keinen und den wir dann hatten benötigten wir auch dringend. Eigentlich nicht klar warum man bei diesem Wetter noch einen Integral-Helm auf hat. Tommy fuhr schon lange nur noch im T-Shirt. Ich verzichtete wenigsten mal auf meine Handschuhe. Mein leichte Jacke benötige ich schon noch als Windschutz da ich ja keine Verkleidung am Motorrad habe. Aber es war nicht mehr auszuhalten, mit Spaß hatte das Stellenweise nichts mehr zu tun. Mehr als diese 10 Stunden an diesem Tag wollten wir auch nicht machen, wir waren völlig kaputt. Am Abend hatten wir 300 Kilometer mehr auf dem Tacho. Tommy kocht heute schon den 2. Abend. Heute Reis mit Soße von Gestern und einen feinen Salat dazu. Wir gehen beide früh schlafen. Blick auf Elba –

6. Tag Samstag / 4. Tour 300 Km / 18.6.2005 Heute sind wir die Küste am Golf von di Follonica bis nach Piombina gefahren. Piombina ist nicht schön, Industrie am Meer und höchstens als Ablegepunkt auf Elbe zu sehen. Unterwegs haben wir bei zwei Camingplatze die Preise und die Bongalows angeschaut. Ich wollte ein Stück höher umziehen um uns die immer gleichen An- und Abfahrten in Grosseto mal zu ersparen. Die Preise haben aber meine Entscheidung zu bleiben erheblich beschleunigt – das doppelte für was, damit wir die Wellen abends rauschen hören? Tommy ist dann noch landeinwärts über Suvereto auf der 398 nach Monterotonde Maritimo gefahren. Weiter ging es über die 439 nach Massa Maritima. Das war ein echtes Highlight an Straße und ich beschloss eine neue Tour „als Rotkäpchen“ für diese Region zu planen. Siena – San Gimignano –

7.Tag Sonntag / 5. Tour ca. 350 Km / 19.6.2005 Auf der Hinfahrt nach San Gimignano haben wir in einem Ristorante gegessen. Für mich gab es Tortellini mit Spinatfüllung und für Tommy Spaghetti. San Gimignano war total überfüllt, eigentlich hätte ich es wissen können. Als Wochenendausflugsziel liegt es im Nahbereich von Siena und Florenz und sogar von Pisa aus gut zu erreichen. Also war klar viele Römer schauten sich diese beeindruckende Stadt „das italienische Manhatten“ an. Ich fuhr zur Stadt und oben im Ring sofort wieder raus, was Tommy auch sichtlich recht war. Nach dem ich jetzt den Anschluss zur geplanten Tour nicht hinbekam fuhr ich auch mal frei Schnauze. Die Strecke führte uns durch das Gebirge zwischen Siena und Volterra. Bei Montecatini Val di Cecina war sogar ein Auto-Bergrennen. In der Ortschaft musste ich mich sogar erst mal erst wieder in der Landkarte finden zu weit war ich von meiner eigentlich geplanten Strecke gekommen. Aber tolle Straßen und so gut wie kein Verkehr in der Region welche schon zu Pisa gehört Nach der Tagestour von rund 350 Kilometer trafen wir, wie fast jeden 2. Tag bei „OSKAR“ unserer Strandbar ein. Wir tranken zwei Bier und ließen unsere Blicke schweifen und warteten auf den Sonnenuntergang. Relax 8. Tag Montag 20.06.05 – keine Tour. Heute mal relaxter Start in den Tag. Ich habe Brötchen geholt und wir haben mal auf unserer Terrasse ausgedehnt gefrühstückt. Heute habe ich auch mal 2 Kaffees getrunken, wir mussten keine Kurven fahren. Das Treibt und da muss ich immer recht oft. Kaffee und Biken bei mir eigentlich nicht gut. Heute wollten wir mal neue Spanngurte, Postkarten, Geschenke für die Lieben „zu Hause“ oder wie in meinem Fall „auf den friesischen Inseln“ usw. besorgen. Nach dem ich mein Handy neu starten musste habe ich den Code vergessen konnte seit Tagen Heike nicht verständigen. Tommy war für diesen Tag als Roadmaster verantwortlich. Wir fuhren auf einer Nebenstraße bis nach Roccalbegna von hier aus ging es über die Cascata die Saturna (heiße Quellen) bis nach Sovana. Sovana ist der Geburtsort von Papst Gregor VII., und war im Mittelalter sogar Bischofsitz trotz seiner gerade mal 300 Einwohner. Bei Capodimonte gings zum Lago di Bolsena, hinter Marta hat Tommy eine Pause vorgeschlagen um auch seine Verkleidung etwas nachzuziehen. Anschließend fuhren wir nach Montefiascone und an der Uferstraße weiter bis nach Bolsena. Es ging auf der 71 weiter bis unterhalb vom See nach Viterbo (Lazio) kurz auf die SS 1 wie immer Richtung Rom auch Tommy hat mal die Anschlussstraße nicht erwischt. Aber hatte ja auch einen Kartenmaßstab von 1:800.000. Er fuhr dann grob Richtung Tuscania und Straßen waren ohne Kurven und gingen auch mal einige Kilometer gerade aus, welche rechts und links von großen Kornfeldern umsäumt waren. The Return of a Man – Called Horese 1976 Richard Harris 1930 bis +2002 „Als römischen Kaisers Marcus Aurelius.“ Wenn Du mit der Farbe Rot gekennzeichnet bist, bist Du ein Krieger. Du musst eventuell in einem Käfig leben, Du kannst für hundert Sesterzen verkauft werden, aber Du wirst in Ehren sterben. Die Farbe Rot bezieht sich auf die Wurzeln der Macht, die Stärke des Feuersturms und die Gunst der Götter. Je öfter du kämpfst, überlebst, und Erfahrung sammelst, desto erfolgreicher wirst du auch die bedrohlichsten Gegner besiegen. Tommy lieferte sich eines kleines privates Rennen mit einem italienischen Motorradfahrer welcher sich wohl gut auskannte und ziemlich zügig bzw. eigentlich schnell unterwegs war. Ungefähr bei Montalto di Castro kamen wir auf die kaiserliche Aurielia SS 1 und Tommy hielt dann für ein kühles Bier an. Weiter ging es dann wieder Richtung Manciano und Scansano. Dort haben wir auch noch die Gladiatorbilder gemacht. Saturnia bei den Molino Wasserfällen. Das Schwefelwasser hat das ganze Jahr über ca. 37,5 Grad Celsius. Die Römer waren die ersten welche die Saturnia für Erkrankungen, wie Atemwegs, Haut- oder Gelenkerkrankungen nutzten. Die Neunhundertneunundneunzig Kurven Tour in der Metal Lifere.

10.Tag Mittwoch / 7. Tour ca. 270 Km / 22.6.2005 Um 8.00 Uhr gab es Eier mit Speck und uns beiden steckte noch die Tour vom Vortag spürbar in den Knochen. Tommy denkt bereits nach dem Frühstück über das Mittagsessen nach. Meine geplante Tour haben wir nur zur hälfte geschafft. Die Anfahrt ging über die SS 1 am Meer bis nach Follonica und dann auf die 439 über Massa Marittima. Über Pratti und Tatti auf kleinen kurvigen Straßen mit etwas schlechtem Belag ging es bis nach Sassofortino wo wir zu einem feinen italienischen essen einkehrten. Ich habe Gnoggi mit Pilzsoße und Trüffel gegessen und Tommy glaube einen Fisch, natürlich mit einer Flasche Rotwein, welcher uns wieder ausbremste. Bei rund 35 Grad im Schatten geht der halt gut durchs Blut. Weiter über Torniella bis nach Monticiano zur Abbazia Galgano (Zisterziener-Kloster). Die Straßen und der Belag wurden jetzt auch deutlich besser. Das Kloster ist ohne Dach, den als die Mönche im 16. Jahrhundert in Not waren verkauften sie dieses Bleidach, von da an ging es mit dem Kloster stetig bergab. Ich fuhr bis hinter das Kloster auf eine Wiese trotz „Einfahrt verboten“. Es waren nur wenige Touris unterwegs und ich wollte auch nicht laufen. Vom Meer aus Richtung Pisa zogen große pechdunkle Wolken auf und es drückte unglaublich. Mir ging das auf den Kreislauf und auch Tommy hatte nichts gegen eine Pause auf der Wiese einzuwenden. Im Hintergrund spielte Klassikmusik, im Kloster wurde noch eine Bühne abgebaut, es gab wohl ein Konzert und die Jungs hörten noch ein wenig fetzige Musik. Die Schwalben flogen tief, und über den Wolken konnte man das dröhnen eines Flugzeuges bzw. eher Kampfjet hören. Obwohl dieser sehr laut war konnte ich diesen nie sehen, er blieb ständig über den dunklen Wolken. Ich bin dann noch Richtung Frosini und Montalcinello gefahren. In Montieri brach ich dann die Tour ab. Die kurvigsten Streckeabschnitte lagen noch vor uns und das es schon 18.00 Uhr mittlerweile war machte es keinen Sinn weiter zu fahren. Der kleine Rundbogen in der „Metal Lifere“ wäre noch gut 60 Km gewesen, der zweite noch rund 120 Kilometer – also Sinnlos, wir mussten ja wieder nach Grosseto bei Tageslicht kommen. Wir hatten zu dem viele Glück den bei Montieri waren die Straßen nass und dampften. Also hatte es hier geregnet , wärend wir beim Kloster zwar bei drückender Hitze lagen, aber immerhin im trockenen. Bei dieser Hitze wäre der Regen einem sicher wie eine heiße Dusche vorgekommen. Gegen 20.00 Uhr kehrten wir wie so oft nach unseren Touren bei „OSCAR“ einer Strandbar in Marina di Grosseto auf zwei Bier ein. Der Barmann sprach zwar nur italienisch, aber freute sich jedes mal aufs neue als wir kamen. Er servierte uns auch mal was zum Knappern und kleine belegte Pannini`s und Pizzastücke – einen Wein gab er auch mal aus. Tommy kochte am Abend wieder und öffnete eine guten Roten. Tommy war am letzten Tourtag das „Rotkäpchen“ und hat dabei die Maremma abgefahren. In einem kleinen Bogen ging es an die Hafenstadt am Golf von Talamone und Tommy steuerte eine Bar an. Beim absteigen fällt mir einer der drei bereits am Tisch sitzenden italienischen Herrn auf, ich dachte das ist doch Trapattoni. Ich sagte zu Tommy das ist der doch? Ab und zu schaute ich mal rüber, hat er wohl auch gemerkt. Beim aufstehen schaute er unsere Motorräder und die Kennzeichen an, er schaute zu uns, lächelte und dann fragte er uns in deutscher Sprache –„woher kommen Sie ? Aus Stuttgart antwortet ich. Sind Sie nicht der „ich habe fertig “ – Senior Trapattoni? Er sagte „ si “, ich habe hier ein kleines Haus am Meer. Was wir nicht wussten, Herr Trapattoni hatte gerade einen 2 Jahresvertrag mit dem VFB Stuttgart abgeschlossen und sollte am 27.6.2005 seinen ersten Tag in der Stuttgart haben. Als wir in das landesinnere fuhren wurde es ziemlich heiß und unerträglich, obwohl wir heute früh los gezogen sind um den letzten Tag noch einmal richtig auszukosten, hatte die Sonne uns wieder. Gegen 12:30 Uhr haben wir dann in einem Ristorante gegessen und einen ½ l Rotwein getrunken, auweia unter dem Blechdach war es nicht mehr auszuhalten. Wir hätten uns doch wie die meisten Italiener dies machen, in das klimatisierte Haus begeben sollen. Aber so sind wir halt – die Touris. Wir fuhren weiter und nach ca. 10 Kilometer wollte Tommy einen Schattenplatz aufsuchen. Fehlschlag die erste Einfahrt ging zu einer Baustelle. Wie schon erwähnt der Schatten ist oft privatisiert. Ich blinkte rechts, den ich erblickte eine Zufahrt zu einer Villa mit riesigen Bäumen und mindestens 60 Quadratmeter Schatten auf einem Rasen. Tommy sah es nicht und fuhr weiter, ich hielt an den ich war kurz davor unfreiwillig wegen Hitzschlag umzufallen. Ich dachte er wird es schon merken und umdrehen, ich kann jetzt einfach nicht mehr. Nach ca. 15 Minuten rappelte ich mich auf, den Tommy kam nicht. Ich fuhr die Straße entlang und nach einer Weile sah ich das Motorrad und Tommy unter einer Hecke mitten auf einem großen Feld liegen. Wie ist der da rein gefahren? Natürlich quer Feld ein, also ich hinter her und auch ein Schläfchen gehalten. So richtig Kühl gab dieser Schatten nicht, lag er doch mitten in der Pampa. Wir beendeten unsere Tour bei 2 Bier an der „Tankstelle“ in Scansano. Recht uhrig, den in der Bar hinter Tankstelle durfte nicht mehr geraucht werden, draußen vor der Bar schon. Aber jetzt befand man sich mit dem Tisch und den beiden Stühlen zwischen zwei Zapfsäulen. Nach gut 2.300 Kilometer quer durch die Toskana, Pisa und Lazio beendeten wir unseren Urlaub, der tatsächlich nicht ins Wasser gefallen.

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