Calabrien Amalfi

Tropea

Süditalien – Das beste Stück vom Stiefel.

Im July 2000 sind Heike und ich für drei Wochen auf unserer BMW R 1100 R durch Süditalien gereist. Abfahrt war in München mit dem Das Motorrad wurde verladen und nun konnten wir uns 17 Stunden und 1.400 Km im Schlafwagen erholen. Ziel war das in Kampanien liegende Neapel. Neapel pur, Chaos und italienische Lebenslust. Die brodelnde Metropole als Tor des Südens. Das Meer lag vor uns.

Amalfitana Himmelsleiter aus Asphalt Superlative sind angebracht. Jene 40 km Strasse, die sich seit 1857 zwischen den Städten Positano und Vietri sul Mare hoch über dem Golf von Salerno an den Fels krallen, setzen den Maßstab für alle Küsten Europas. Nirgendwo wird man atemberaubendere Ausblicke, romantischere Einblicke finden, nirgendwo eine perfektere Symbiose von Himmel, Wasser und Land.

Ich hatte den ersten Aufenthalt von Deutschland aus gebucht, in Praiano. Das Hotel Le Sirene konnte die Erwartungen übertreffen. Deshalb als Tipp: Fam. Puglia www.starnet.it/le-sirene Amalfiküste – Die Küstenstrasse ist ein Traum für Motorradfahrer. Allerdings sollte man sich beim Fahren konzentrieren, selbst wenn die Landschaft einen sehr ablenkt. Die Küstenstrasse ist gerade in der Urlaubszeit stark befahren. Zu dem kennen die Italiener jede Kurve und deshalb fahren diese auch recht flott.

Amalfiküste – Gerne verweisen die Amalfitaner auf ihren berühmtesten Sohn, Flavio Gioia, dem die Welt die Erfindung des Kompasses zu verdanken hat. Freilich nehmen auch die Positaner diesen Ruhm für sich in Anspruch. „Der Tag, an dem ein Amalfitaner in den Himmel kommt, wird für ihn wie jeder andere sein“, formulierte der 1843 geborene italienische Schriftsteller Renato Fucini voll Bewunderung für diese Stadt. „Positano ist ein Traum, der nicht wirklich ist, wenn man dort weilt, und erst real wird, wenn man wieder fort ist“ , schrieb der amerikanische Nobelpreisträger John Steinbeck.

Wir hatten je einen Tagesausflug nach Pompeji und dem Vesuv von Praiano aus gestartet. Gier nach Gold – DemVulkanausbruch des Vesuv verdankt die Menschheit die authentischsten Zeugnisse der römisch-en Antike – Herculaneum und Pompeji. Hier kann man die Zeit um fast 2000 Jahre zurückdrehen. Am 24. August 79 zeigte der als harmlos angesehene Vesuv seine Macht. Ein Aschenregen vernichtete Pompeji und Herculaneum wurde unter meterhoher Lava begraben. 1,5 Millionen Besucher jährlich hat diese 66 ha große Gelände in Pompeji.

Für alle Ewigkeit – Der Archäologe Giuseppe Fiorelli ließ in den 60er Jahren jene Hohlräume in der zu Stein gewordenen Asche mit Gips ausgießen, in denen Menschen und Tiere zu Staub zerfallen waren. Dank dieser Methode konnte der Todeskampf der Pompejaner rekonstruiert werden. Nur einige wenige der vielen Gipsabdrücke von Sterbenden werden der Öffentlichkeit präsentiert.

Vesuvio – Wir fuhren von Pompeji aus zum Vesuv, wir waren durch die Wand-erschaft durch das Gelände schon sehr erschöpft. Die Fläche von Pompeji ist fast etwa so groß wie der Stuttgarter Hauptbahnhof mit seinen zahlreichen Gleisanlagen, welch zum Teil bis nach Bad Cannstatt reichen.

Die ersten Eruptionen dieses Vulkanes fanden möglicherweise vor 27.000 Jahren statt. Aufgrund von Bohrungen eines Schachtes, circa 1.345 m tief, in der Nähe des Ortes Trecase, wurden Lavaströme gefunden, die anscheinend auf einen noch älteren Ausbruch zurück-führen , und zwar vor circa 300.000 Jahren. Seit dem 9. April 1944 ruht der Vulkan.

Wir haben den Vesuvio – Mann kennen gelernt, er hat einen kleinen Kiosk unterhalb des Vesuves und ist mit diesem Vulkan seit über 48 Jahren eins. Er hat uns Geschichten erzählt. Wir haben bei ihm ein kleines Druckwerk gekauft mit persönlicher Widmung. Von Elio Abatino „VESUVIO Ein Vulkan und seine Geschichte“ vom Carcavallo Verlag“ aus Neapel.

Die BMW haben wir einfach auf „Elsa“ getauft, wie sonst könnte man eine Kuh nennen. Wir hatten unsere ersten vier Tage an der Amalfiküste hinter uns gelassen. Der Abschied viel uns schwer, war dies noch zu übertreffen? Wir sind die Küstenstrasse weiter am Golf von Salerno über Paestum und Acciaroli gefahren. Eigentlich wollten wir in Acciarola bleiben, aber durch die Eindrücke der Amalfiküste konnte dieser Küstenabschnitt uns nicht begeistern.

Ernest Hemminway verbrachte 1953 drei Monate in diesem Fischerdorf, kein wunder das er zur Flasche griff. Heute erinnert in Acciarolli nichts mehr an Hemmingway und ist nur ein Fremdenverkehrsort unter vielen.

Scalea und Diamante liegen nach dem Golf von Policastro am Tyrrhenischen Meer. Beide Orte sind für einen Badeurlaub geeignet, auch die Römer nutzten in der Vergangenheit diese Orte. Wir hielten in Diamante für einen dreistündigen Strandaufenthalt an. Es war einfach nicht mehr auszuhalten, die Hitze machte uns jetzt zu schaffen.

Der Bomberpilot von Hiroshima Wo war die nächste Amalfiküste? Wir waren eigentlich ständig auf der Suche nach der zweiten Amalfiküste, aber es sollte noch dauern ehe wir diese gefunden hatten. San Bruno in seiner Kartause tief in den Wäldern von Kalabriens Serre zählt zu den bemerkenswertesten Heiligen des Landes. Ein Kölner gründete diesen Kartäuserorden. Zu dem ausschließlich nur männliche Besucher Zutritt haben. In Bruno`s Kloster fand anscheinend auch der Bomberpilot von Hiroshima seinen Seelenfrieden. Uns war Bruno einen Ausflug in die Wälder der kalabresischen Serre wert, den es war auch etwas kühler, eben ein wenig wie unser heimischer Schwarzwald. Raue Wirklichkeit Das Landesinnere von Kalabrien hat schon seine eigene Reize und muss sich nicht mit dem Norden Italiens messen.

Unseren zweiten Ausflug machten wir zu der Klosteranlage nach Padula. Das Kloster liegt in mitten des Gebirgszuges der Appeninno Locano in einem Naturpark. Das die Hitze nicht nur auf der Haut zu spüren war. Auf unserer Anreise nach Padula haben wir gerade vier Kilometer vorher einen Waldbrand gesehen. Ein einziges Löschflugzeug versuchte dieses Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Als wir nach über 4 Stunden wieder an das Meer fuhren war das Flugzeug noch immer im Kampf mit den Flammen.

Im Landesinneren ist es, als ob man diese Flammen mit Gold zu ersticken versucht, das Wasser ist eine Kostbarkeit. La Certosa die Padula – Knapp 100 Kilometer südlich von Salerno liegt diese Klosteranlage. Mit 52.000 qm Grundfläche, 320 Räumen, 51 Treppen, 41 Brunnen und 13 Höfen gehört es zu den größten Anlagen Süditaliens. Viele wertvolle Objekte sind im laufe der Geschichte diesem Kloster geraubt worden. Die Truppen Napoleons haben hier auch „requiriert“, diese Objekte kann man sich im Louvre anschauen.

Omelette aus 1.000 Eiern – Von einem Besuch König Karls des III. wird erzählt, der hier mit seinem Gefolge ein Omelette aus tausend Eiern verdrückt haben soll. Der Innenhof kann bis zu 60.000 Menschen aufnehmen. Ossario dei Trecento Weniger gut ging es in Padula jenen 300 Aufständigen Patrioten. Ein Bourbonenheer metzelte alle nieder, ihre Gebeine ruhen nun in der Krypta der Anunziata-Kirche von Padula. Über 500 Jahre wurde an dem Kloster gebaut. Calabria Das Tyrrhenische Meer hatten wir auf der Höhe von Paola nach „Parco Nazionale della Calabria“ verlassen.

Die größte Hitze auf unserer Reise haben wir in der Talebene von Conzenza erlebt. Ich bin auf der Schnellstrasse gerade mal 60 K/mh gefahren, denn mit jedem Kilometer schneller stieg auch die Temperatur an, ich schätze zuzüglich der Erwärmung durch die Autoabgase, hatten wir sicher 55 Grad und mehr. Keine Ahnung wie wir das überstanden haben, aber der Aufstieg auf über 1.000 Meter Höhe in den Naturpark, war wie eine kühle und fast schon kalte Dusche , wenn gleich nur eine Stadt uns gefallen hat und diese hatte starke Ählichkeit mit einer typischen im Stadt im Schwarzwald.
San – Giovanni in Foire war nur grauselig, aber die Natur herum ein einziges Schauspiel.

Tropea Capo Vaticano Nach dem wir Crotone durchquert haben und auch das Capo-Rizzuto uns nicht angesprochen hat, sind wir am Golf von Squillace bis nach Melito gefahren. Dort sind wir wieder ins Landesinnere gefahren bis auf die Höhe von Bagnara um endlich zu finden, was wir seit Amalfi gesucht haben. Küste wie sie uns gefällt. Nach dem wir etliche kleinere und einen gigantischen Brand bei Crotone erlebt, der sogar die Sonnenstrahlen nicht mehr zur Erde lies, konnten wir diesen Küstenabschnitt vom Capo Vaticano genießen. Ich schätze der große Brand bei Crotone hatte seine Rauchentwicklung über eine Fläche von über 80 Quadratkilometer verteilt. Beim Atmen hatte man ständig das Gefühl die Dunstglocke eines Grillfeuers in sich aufzunehmen Den Rest besorgte uns die trockene Landschaft und die langweilige Küste bei Soverato und Locri.

Villago Smedile. Ein Traum nach so viel Hitze ein Pool in Sicht. Eigentlich sind wir unterwegs mit einem guten Zimmer zufrieden. Aber wir haben uns hier gleich für eine Woche eingeschrieben, vielleicht war es auch die unterschwellige Angst vor dem Weiterreisen. Mittlerweile wussten wir ja, das nicht immer was besseres kommt. Mancher deutsche Urlauber hat uns auch schon vor dem südlichen Kalabrien gewarnt. Aber trotzdem bin ich der Meinung, nur durch die erfahrenen Kontraste des Landes, lässt sich das ganze Land beurteilen.Im nachhinein möchte ich auch keinen Tag aus diesem Urlaub streichen, egal wie schlecht er war. Irgendwie ist dies auch nur im Zusammenhang der Erfahrungen der einzelnen Tage begründet.

Tropea. Das es am 4. August 1943 mit dem alten Tropea um ein Haar vorbei gewesen wäre, dokumentieren zwei meterhohe amerikanische Fliegerbomben im inneren der Kathedrale, die wie durch ein Wunder nicht explodiert sind. Der Badeort an der tyrrhenischen Küste, der den Vorstellungen der Mitteleuropäern am ehesten entspricht, wenn sie an Urlaub denken. Dieser Küstenabschnitt war für fast zwei Wochen unsere Heimat. Tropea bei Sonnenuntergang, einfach traumhaft. Formicoli in S. Domenica. Aber leider ging auch diese Zeitspanne viel zu schnell zu Ende.

Domenica liegt ca. 4 Km von Tropea entfernt. Herrlich weißer Strand, goldene Sonne, blaues Meer und mit dem besten Ausblick auf den abendlichen Sonnenuntergang über Stromboli. Villagio Tel.0963-669069 Caronte bei Lamezia. Wir haben einen Tagesausflug zu dieser Terme gemacht. Als wir nach fast 100 Kilometern in der Nähe dieser Terme waren, haben wir diese fast schon übersehen. Wir waren auf der suche nach einem Eingang, wo wir unsere Karten kaufen konnten. Weit gefehlt, dies gab es hier nicht. Was wir vorfanden war Natur pur, ein Becken mit 30 cm Tiefem Wasser, dieses war auf ca. 40 Quadratmeter Fläche gestaut und wurde nur von Einheimischen genutzt. Sie staunten nicht schlecht, als Heike und ich einfach dazu stießen. Caronte bei Lamezia. Die Temperatur des Wassers lag bei über 28 Grad, eine natürliche Badewanne, gespeist durch schwefelhaltiges Wasser aus dem inneren der Bergwelt.

Die Krieger von Riace – Museo Nationale di,Reggio Calabria. Nur wenige Gehminuten vom Hafen und der Anlegestelle der Trag-flügelboote von und nach Messina entfernt steht ihre Residenz im Museo – Nationale di Reggio Calabria. Am 16. August 1972, wäre der der Chemiker Stefano Mariottini aus Rom beim Schnorcheln vor Schreck fast ertrunken. Bei Riace Marina erblickte der Urlauber in 8 m Tiefe einen ausgestreckten Arm. Überzeugt davon ein Mafiaopfer entdeckt zu haben, ging er zur Polizei. Die Ehefrau und der Sohn des Entdeckers der Krieger starben unmittelbar nach dem Sensationsfund. Der Lenker des Transportfahrzeuges starb nach der Überführung nach Reggio in das Museo und noch eine Reihe von Personen, die unmittelbar mit ihnen zu tun gehabt hatten, ereilte ein frühzeitiges Lebensende. Aberglaube oder nicht, anscheinend bringt es kein Glück die Statuen zu berühren sonst wären ja nicht so viel Menschen gestorben. Wir konnten aber Zeuge davon werden, wie ein Italiener fast nicht mehr abließ von einer der Statuen. Was jetzt – bringt es Glück oder nicht – und dies soll man als Touri noch verstehen ?Ich für meinen Teil habe diese Jungs nicht berührt und gerne darauf verzichtet, warum auch.

Unsere 3 Wochen Jahresurlaub waren schnell vergangen. Die Heimreise haben wir über die „noch“ – kostenfreie süditalienische Autostrada bis nach Neapel abgefahren, so konnten wir den Küstenabschnitt des Capo Vaticano bis zur letzten Stunde noch auskosten und dieser war es echt wert. In dieser Nacht haben wir diesem Sonnenuntergang besonders lange zugeschaut, und uns war klar dies wird der letzte dieser Art sein, zumindest bis wir wieder auf die nächste Reise gehen. Jetzt fehlen mir die Worte, dies ist auch nicht zu Beschreiben, man muss es selbst Erfahren.

error: Content is protected !!
%d Bloggern gefällt das: